Zahnärzte: Kooperationsverträge sind Erfolgsmodell für Pflegeheime

Kooperationen von Zahnärztinnen und Zahnärzten mit Pflegeeinrichtungen sind ein echtes Erfolgsmodell für die Verbesserung der Mundgesundheit von Patienten in Pflegeheimen. Einer Studie zufolge steht statistisch in jedem 3. Pflegeheim ein Kooperationszahnarzt zur Verfügung.

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Impfen und Händewaschen statt Antibiotika: So können Sie Resistenzen vermeiden

Laut Umfrage einer Krankenkasse erhielt 2016 jeder vierte Versicherte, der erkältet war, von seinem Hausarzt Antibiotika (1). Dabei belegen viele Studien, dass Antibiotika bei Erkältungen und Grippe keinen Nutzen bringen. Stattdessen erhöht der großflächige Einsatz die Gefahr für Resistenzentwicklungen, warnt die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). „Impfen und Händewaschen statt Antibiotika: So können Sie Resistenzen vermeiden“ weiterlesen

Behandlung in der Notaufnahme: Nur zwei Minuten pro Patient werden bezahlt

Immer mehr Patienten suchen nachts und am Wochenende die Notfallambulanz in einem Krankenhaus auf. Nicht alle sind Notfälle und könnten auch beim Hausarzt behandelt werden. Das muss jedoch sorgfältig abgeklärt werden. Für diese Untersuchungen können die Notfallambulanzen deutscher Kliniken seit April 2017 eine Abklärungspauschale abrechnen. Umgerechnet in Arbeitszeit pro Patient sind das gerade mal zwei Minuten!

 Für jeden Patienten, den die Notfallambulanzen tagsüber an einen niedergelassenen Arzt verweisen, bekommen die Kliniken ein Honorar von 4,74 Euro. Nachts und am Wochenende beträgt die Pauschale 8,42 Euro. „Diese Beträge bildeten den Aufwand für die Kliniken jedoch nicht im Geringsten ab“, erklärt Professor Dr. med. Reimer Riessen, Präsident der DGIIN. Die Pauschalen vergüten für jeden aufgenommenen Patienten nämlich nur zwei Minuten. In dieser Zeit muss eine Pflegekraft den Patienten administrativ aufnehmen, eine kurze Anamnese erheben, Vitalparameter messen (Blutdruck, Herzfrequenz, Atemfrequenz, Temperatur), die Befunde dokumentieren und den Patienten einem Arzt vorstellen, der dann – eventuell nach einer körperlichen Untersuchung – die endgültige Entscheidung über die ambulante oder stationäre Weiterbehandlung zu treffen hat. Dabei nähme die Zahl der Patienten in den Notaufnahmen kontinuierlich zu, so die Fachgesellschaft. Darunter gäbe es einen wachsenden Anteil von älteren Patienten, die an mehreren komplexen Erkrankungen leiden, die bei der Abklärung mehr Zeit in Anspruch nehmen.

„Die Versorgung außerhalb der Regelzeiten der kassenärztlichen Praxen wird mittlerweile zunehmend und eher unfreiwillig durch die Notfallambulanzen der Kliniken wahrgenommen“, sagt Janssens. Die Kliniken stießen damit aufgrund der erheblich wachsenden Patientenzahlen an ihre Belastungsgrenzen. Zusätzlich suchen auch immer mehr Patienten mit eher banalen Erkrankungen die Notaufnahme auf. „Die Entscheidung, ob ein Patient eine stationäre Behandlung benötigt, ist aber komplex und kann nicht innerhalb von zwei Minuten getroffen werden,“ sagt der DGIIN-Experte. Grundsätzlich müssen für die Notfallversorgung an der Schnittstelle vom ambulanten zum stationären Versorgungsbereich neue innovative Finanzierungsmodelle entwickelt werden, die den tatsächlichen Aufwand angemessen abbilden, fordert die DGIIN.

Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN) vom 30. Jini 2017

Fettleibigkeit: Mit Spritzen oder Skalpell der Adipositas auf den Leib rücken

Ernährungsumstellung und mehr Bewegung erzielen bei Menschen mit starker Fettleibigkeit oft nur eine begrenzte Wirkung. Das Problem ist nicht die Gewichtsabnahme, sondern das Halten des reduzierten Gewichts. Immer häufiger raten Ärzte ihren sehr fettleibigen Patienten daher zu einer Operation mit Magenverkleinerung oder Magenbypass. Zudem könnte eine neue Pharmakotherapie mit Analoga zu gastrointestinalen Hormonen Menschen mit ausgeprägter Adipositas langfristig helfen, berichteten Experten auf dem 60. Deutschen Kongress für Endokrinologie in Würzburg.

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Medikamente : Die Patienten wissen nicht, was sie nehmen sollen

Nach einem Krankenhausaufenthalt kennen die wenigsten Patienten die verordneten Arzneimittel, die sie künftig einnehmen sollen. Das birgt die Gefahr, dass sie die Medikamente nicht verschreibungsgerecht anwenden und im schlimmsten Fall unwissentlich ihre Gesundheit gefährden. Das zeigt eine Studie, die Diplom-Pharmazeutin Johanna Freyer und Dr. rer. nat. Claudia Greißing gemeinsam mit Kollegen 2016 in der „DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart) veröffentlicht haben.

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Kein Paracetamol gegen Katerkopfschmerzen!

Vorsicht: Das beliebte Schmerzmittel Paracetamol ist bei Katerkopfschmerzen tabu! „Alkohol und der Wirkstoff Paracetamol werden in der Leber teilweise über dasselbe Enzym abgebaut. Das Organ wird so doppelt belastet“, erklärt Dr. med. Jan-Peter Jansen, ärztlicher Leiter des Schmerzzentrums Berlin. Der Experte rät: „Gegen Katerkopfschmerzen sollten Betroffene lieber auf Alternativen wie Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen ausweichen.“

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Schwangerschaftsdiabetes: Erst Lebensstiländerung, dann Insulin

Diabetes ist eine der häufigsten Komplikationen in der Schwangerschaft, die für die werdende Mutter wie für das ungeborene Kind ein erhöhtes Gesundheitsrisiko darstellt. Daher ist es umso wichtiger, dass jede Schwangere an dem gesetzlichen Screening in der Schwangerenvorsorge teilnimmt und mit der Behandlung nach der Diagnose so früh wie möglich beginnt, um die Gefahr für sich und ihr Kind zu minimieren. „Schwangerschaftsdiabetes: Erst Lebensstiländerung, dann Insulin“ weiterlesen

Krankenhäuser: Immer effizienter – oder immer ausbeuterischer?

Pro tausend stationären Behandlungsfällen wird in deutschen Krankenhäusern mit 47 Vollzeitäquivalenten deutlich weniger Personal als in allen anderen OECD-Ländern eingesetzt. Die deutsche Entwicklung ist deutlich durch die hohe Zunahme der Fallzahlen bedingt.

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Schwangerschaft: Hormonexperten raten zum Funktionscheck der Schilddrüse und zu Jodtabletten

Funktionsstörungen der Schilddrüse in der Schwangerschaft gefährden die Gesundheit von Mutter und Kind. Betroffen können alle Schwangeren sein. Risikopatientinnen sind Frauen mit vorbekannter Schilddrüsenerkrankung, Typ-1-Diabetes oder anderen Autoimmunerkrankungen, ältere Schwangere und Frauen mit Übergewicht. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) rät diesen Frauen, ihre Schilddrüsenfunktion testen zu lassen. Auch fordert sie, dass alle Schwangeren Jodtabletten einnehmen sollten.

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Masernerkrankungen weltweit: Impfschutz auch für Reisende wichtig

Nicht nur Deutschland verzeichnet in diesem Jahr erneut Masern-Ausbrüche, auch aus Italien, Belgien, Österreich und Rumänien werden hohe Fallzahlen gemeldet. Stark betroffen ist auch der westafrikanische Staat Guinea. Das CRM Centrum für Reisemedizin rät Reisenden prinzipiell, im Rahmen einer reisemedizinischen Beratung ihren Schutz durch Standardimpfungen zu prüfen und gegebenenfalls aufzufrischen oder etwa bei Masern nachzuholen.

„Masern gehören zu den Krankheiten, gegen die geimpft werden kann“, betont Professor Dr. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrums für Reisemedizin. „Da Masern nur beim Menschen vorkommen, könnten sie durch konsequentes Impfen sogar ausgerottet werden.“ Aufgrund schlechter Durchimpfungsraten treten sie in Entwicklungsländern häufig auf und nehmen dort oft einen tödlichen Verlauf.

Aber auch in Deutschland und anderen Ländern kommt es immer wieder zu andauernden Ausbrüchen, wie aktuell beispielsweise in Rumänien. Seit September 2016 gibt es dort einen Masernausbruch. Bis jetzt haben die Behörden 3799 Erkrankungen und 17 Todesfälle gemeldet. Österreich verzeichnet mit 69 Fällen bereits mehr als im vergangenen Jahr, Italien 238 Fälle aus 15 Regionen. Das Robert-Koch-Institut meldet für Deutschland 235 Fälle bis Anfang März, unter anderem aus Berlin, Leipzig und Duisburg.

„Einige Menschen in Deutschland nehmen die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Standardimpfungen bewusst nicht wahr. Viele versäumen es aber auch einfach, sich um ihren Impfschutz zu kümmern“, sagt Professor Jelinek. „Eine reisemedizinische Beratung sollte daher auch immer ein Anlass sein, diesen zu überprüfen.“ Für Masern gilt: Eine vollständige Grundimmunisierung oder eine durchgemachte Maserninfektion verleihen eine lebenslange Immunität. Auf eine Immunisierung durch Erkrankung sollte man es aber nicht ankommen lassen. Masern sind zwar selbstlimitierend, klingen also ohne therapeutische Maßnahmen wieder ab, sie können aber mit schweren Symptomen einhergehen und lebensbedrohliche Folgeerkrankungen verursachen. „Etwa jeder tausendste Patient entwickelt eine Lungenentzündung oder eine Entzündung des Gehirns“, so Professor Jelinek. In einem von zehntausend Fällen kommt es zur sogenannten subakuten sklerosierenden Panenzephalitis (SSPE). Diese Entzündung des gesamten Gehirns kann noch vier bis zehn Jahre nach einer Masernerkrankung auftreten und verläuft immer tödlich.

Gegen Masern steht ein Lebendimpfstoff zur Verfügung, der entweder in der Kombination Masern-Mumps-Röteln (MMR) oder Masern-Mumps-Röteln-Varizellen (MMRV) als Mehrfachimpfung verabreicht wird. Die STIKO empfiehlt für Kleinkinder eine zweimalige Immunisierung mit dem MMRV-Impfstoff, wobei die erste Injektion im Alter von 11 bis 14 Monaten und die zweite im Alter von 15 bis 23 Monaten erfolgen sollte. Zudem wird allen nach 1970 Geborenen, die älter als 18 Jahre sind und deren Impfstatus unklar ist, die nicht geimpft sind oder die in der Kindheit nur eine einzige Masern-Impfung erhalten haben, die einmalige Injektion des MMR-Impfstoffes empfohlen.

[b]Hintergrund: Masern[/b]

Masern sind hochansteckend und werden durch den gleichnamigen Virus hervorgerufen. Die Übertragung des Erregers erfolgt hauptsächlich durch das Einatmen infektiöser Tröpfchen, aber auch durch Kontakt mit Sekreten erkrankter Personen. Erste Symptome sind Fieber, Bindehautentzündung, Erkältungsbeschwerden sowie ein Enanthem, ein Ausschlag im Bereich der Mundschleimhaut. Das charakteristische makulopapulöse Exanthem – knotig-fleckige Veränderungen der Haut – tritt erst wenige Tage später auf und klingt nach vier bis sieben Tagen von allein wieder ab. Eine Maserninfektion erhöht das Risiko für bakterielle Superinfektionen wie eine akute Mittelohrentzündung, eine Lungenentzündung oder eine Bronchitis. Auch das Auftreten einer akuten postinfektiösen Hirnhautentzündung sowie einer subakuten sklerosierenden Panenzephalitis (SSPE) ist möglich.

[i]Quellen

Robert-Koch-Institut, Ergänzung zum Epidemiologisches Bulletin 11/12 2017, Meldepflichtige Infektionskrankheiten, Aktuelle Statistik 9. Woche 2017 (Datenstand: 22. März 2017)
http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2017/Ausgaben/11-12_17_wotab.pdf?__blob=publicationFile

Update zu Masern der International Society for Infectious Diseases, 29. März 2017
http://www.promedmail.org/post/4934570
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