CRM rät Reisenden zu Schutz vor Dengue-Fieber in Lateinamerika und Karibik


  In Lateinamerika und der Karibik grassiert das Dengue-Fieber 2019 wieder stärker als in den letzten beiden Jahren. Das CRM Centrum für Reisemedizin rät Reisenden dringend, sich vor den überwiegend tagaktiven Stechmücken mit mückenabweisenden Substanzen und entsprechender Kleidung zu schützen.

In den ersten sieben Monaten dieses Jahres 2019 sind in Lateinamerika und in der Karibik mehr als zwei Millionen Menschen an Dengue-Fieber erkrankt und mehr als 700 sind daran gestorben. „Wir raten Reisenden in diese Regionen daher immer, sich vor den Überträger-Mücken zu schützen“, sagt Professor Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. Vor allem Brasilien, Mexico, Guatemala, Honduras, Nicaragua, Belize, Kolumbien, El Salvador, Paraguay und Venezuela melden hohe Erkrankungszahlen. Allein in Brasilien gab es bisher schon weit mehr als 800 000 bestätigte Dengue-Fälle. An das Robert-Koch-Institut in Berlin wurden im ersten Halbjahr 2019 bereits 643 Dengue-Infektionen gemeldet. Die meisten Reisenden hatten sich dabei zwar in Thailand infiziert, aber auch Touristen aus Süd- und Mittelamerika sind bereits betroffen gewesen: Sie haben sich vor allem in Brasilien, auf Kuba oder in Mexiko angesteckt.
 
Das Dengue-Fieber wird durch ein Virus ausgelöst, das mit Hilfe einer tagaktiven Stechmücke übertragen wird. Im Moment gibt es noch keine für Reisende zugelassene Impfung gegen die vier verschiedenen Virus-Typen. Deshalb empfiehlt das CRM allen Reisenden in diese Länder, helle und möglichst geschlossene Kleidung zu tragen und dünne Stoffe zusätzlich mit einem Insektenschutz zu imprägnieren, da Moskitos durch feine Gewebe hindurchstechen können. Auf freie Hautstellen soll eines der Mückenschutzmittel mit dem Wirkstoff DEET (Diethyltoluamid) in einer Konzentration von mindestens 30 Prozent aufgetragen werden. Diese Repellents schützen mindestens drei Stunden lang gegen die meisten stechenden Insekten; danach müssen sie erneut aufgetragen werden. Die Reisemediziner raten zudem, zur Sicherheit unter Moskitonetzen zu schlafen.
 
Kommt es doch zu einer Infektion, treten nach einigen Tagen grippeähnliche Symptome auf wie hohes Fieber, starke Kopf- und Gliederschmerzen und Druckschmerz hinter den Augen; oft kommt es auch zu einem vorübergehenden Hautausschlag. „Wer während oder nach einer Reise in Lateinamerika oder in der Karibik grippeähnliche Symptome empfindet, sollte unbedingt sofort einen Arzt aufsuchen“, rät Professor Jelinek. Bei rechtzeitiger Diagnose und adäquater Behandlung der Symptome kann ein schwerer Verlauf bei einer ersten Infektion meist verhindert werden.
 

Nach Infektion mit einem der vier Virus-Typen ist man gegen diesen resistent. Bei einer Zweitinfektion mit einem anderen Virus-Typ könnte die Krankheit allerdings schwerer verlaufen. „Wir empfehlen deshalb, sich bei einer weiteren Reise in ein Dengue-Gebiet besonders vorsichtig zu verhalten“, betont der Experte.

 
Quellen:
 
https://www.paho.org/hq/index.php?option=com_content&view=article&id=15365:paho-warns-of-the-complex-situation-of-dengue-in-latin-america-and-the-caribbean&Itemid=135&lang=en
 
https://www.paho.org/hq/index.php?option=com_docman&view=download&category_slug=dengue-2217&alias=49619-9-august-2019-dengue-epidemiological-update-1&Itemid=270&lang=en