Lächeln Sie den Stress weg!

Das ist die einfachste und zugleich eine sehr wirkungsvolle Methode gegen aufkommenden oder schon vorhandenen Stress: ein Lächeln. Das gilt sowohl für uns selbst als auch für alle anderen Personen in unserem Umfeld.

Denn: Lächeln entspannt nicht nur die Gesichtsmuskulatur, sondern wirkt sich insgesamt befreiend aus. Zudem wirkt es sich auch positiv auf ein Gegenüber aus und kann eine angespannte Situation wirkungsvoll entschärfen.

Also: Wenn der Stress kommt – vertreiben Sie ihn mit Lächeln!

Wegwerfen leichtgemacht

Die Entscheidung, ob ein Dokument abgelegt oder weggeworfen wird, fällt leichter, wenn Sie sich folgende Fragen selbst beantworten:

  • Wird das Schriftstück in den nächsten zwölf Monaten gebraucht?
  • Gibt es noch eine Kopie?
  • Können die Informationen auch anderweitig besorgt werden?
  • Gibt es ein Unglück, wenn ich das Papier wegwerfe?

  • Steuerberater muss Gesetze kennen

    Von einem Steuerberater kann man verlangen, dass er geplante Gesetzesänderungen kennt. Gegebenenfalls muss sich der Steuerberater auch durch eigene Recherchen kundig machen.

    Unterlässt er solche Nachforschungen und haben Sie als Mandant dadurch einen steuerlichen Nachteil, können Sie Schadenersatz verlangen.

    Bundesgerichtshof (15.7.2004, Aktenzeichen: IX ZR 472/00)

    Musik heilt

    Als 1985 mit dem Institut für Musiktherapie das erste Institut dieser Art in Deutschland an der Universität Witten/Herdecke gegründet wurde, war Musiktherapie noch ein unbekanntes Terrain. Für viele erschien es damals ungewöhnlich, dass man die Kraft der Musik auch für therapeutische Zwecke einsetzen kann.

    20 Jahre später hat sich dank der therapeutischen und wissenschaftlichen Arbeit, die von der Universität Witten/Herdecke ausging, Musiktherapie als Behandlungsmethode etabliert. Das Institut hat sich zu einer Einrichtung entwickelt, von der immer wieder international beachtete Impulse in Praxis, Forschung und Lehre ausgehen: So fanden Forscher des Instituts heraus, dass Musiktherapie bei der Behandlung von Patienten mit Multiple Sklerose helfen kann. Auch bei der Behandlung von Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma kann Musiktherapie als ergänzende Methode eingesetzt werden. Und autistische Kinder finden mit ihrer Hilfe wieder Kontakt zu ihrer Mitwelt.

    Forscher des Instituts sind bei vielen internationalen Kongressen vertreten. Die vom Institut aufgebaute und betreute Datenbank (http://www.musictherapyworld.de/) beinhaltet weltweite Forschungsergebnisse – auch anderer Einrichtungen.

    Musiktherapie ermöglicht einen besonderen Zugang zu Menschen, die sich in außergewöhnlichen Lebenssituationen befinden: Der musikalisch-therapeutische Dialog in der Musiktherapie hilft Grenzen zu überwinden, die durch Krankheit oder Behinderung entstanden sind und neue Lebensmöglichkeiten (wieder) zu entdecken.

    Ein Hund erspart manchen Arztbesuch

    Ein Hund kann nicht nur der beste Freund des Menschen sein – sondern auch sein Arzt und Therapeut. Nach jüngsten Forschungsergebnissen können Hunde sogar in der Krebsdiagnose eingesetzt werden – sie erschnüffeln Tumore bereits im Frühstadium. Ihre Trefferquote liegt dabei zwischen 88 und 97 Prozent.

    Besitzer eines Vierbeiners sind außerdem wesentlich weniger stressanfällig, haben eine stärkere Immunabwehr und ein geringeres Risiko einer Herzattacke. Das berichtet die Gesundheitszeitschrift HEALTHY LIVING in ihrer neusten Ausgabe (22. März 2006).

    Stress abbauen
    Die Universität Buffalo testete 48 Börsenmakler. Die Hälfte von ihnen bekam einen Hund oder eine Katze verordnet. Nach sechs Monaten mussten alle Probanden in einem Rollenspiel einen Klienten beruhigen, der angeblich 86.000 Dollar verloren hatte. Der Blutdruck stieg bei Brokern ohne Tier deutlich höher als bei denen mit Vierbeinern.

    Vor Herzinfarkt schützen
    Wer weniger gestresst ist, hat auch ein geringeres Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden. Weiterhin fand eine Studie der University of Maryland heraus, dass Patienten mit einem Haustier nach einer Herzattacke deutlich bessere Überlebenschancen hatten als Patienten ohne ein solches.

    Immunsystem stärken
    Eine Lübecker Studie wies nach, dass ein Hund Kinder vor Allergien schützt. Und eine deutsch-australische Untersuchung zeigt, dass Tierbesitzer grundsätzlich ein besseres Immunsystem haben: Sie müssen im Durchschnitt nur elf- statt 12,9-mal im Jahr zum Arzt.

    Foto: obs/Cesar

    Hormonersatztherapie: Ist der Zeitpunkt entscheidend?

    Wie stark eine Frau von einer Hormonersatztherapie (HRT) nach den Wechseljahren profitiert oder ob sie sich dadurch zusätzlichen gesundheitlichen Risiken aussetzt, hängt vermutlich vom Zeitpunkt ab, zu dem sie damit beginnt. Dies berichtet Dr. Ioanna Gouni-Berthold auf dem Symposion der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie. Studienergebnisse weisen darauf hin, dass eine HRT vor Gefäßerkrankungen schützen könnte, wenn Frauen die Hormontherapie frühzeitig beginnen.

    Selten verhalten sich Nutzen und Risiken medizinischer Verfahren so widersprüchlich wie die der Hormonersatztherapie: Ursprünglich sollte die Hormonbehandlung vor allem die Symptome der Menopause wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, Schwindel oder Herzjagen lindern. Zugleich machten Fachleute darin eine schützende Wirkung etwa vor Herzkreislauferkrankungen und Knochenschwund aus. „Zahlreiche Beobachtungsstudien hatten gezeigt, dass die HRT mit einer Verringerung des Herzinfarktrisikos einher geht“, erklärt Professor Dr. med. Harald Klein, Mediensprecher der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie. „Dann trat jedoch eine unerwartete Wendung ein.“

    Im Jahr 2002 veröffentlichte das Nationale Gesundheitsinstitut der USA die Ergebnisse der Women“s Health Initiative (WHI) – einer auf 15 Jahre angelegten Studie, an der sich 161.000 Frauen beteiligten: Dabei zeigte sich, dass Patientinnen, die in den Wechseljahren kombiniert mit den Hormonen Östrogen und Progesteron behandelt wurden, einem um 24 Prozent erhöhten Infarktrisiko unterlagen. Mit zunehmenden Jahren nach der Menopause stieg dieses Risiko. Jüngere Teilnehmerinnen zwischen 50 und 59 Jahren unter Östrogentherapie erlitten dagegen seltener einen Herzinfarkt.

    Endokrinologin Dr. Ioanna Gouni-Berthold von der Medizinischen Klinik II und Poliklinik für Innere Medizin der Universität Köln interpretiert die Erkenntnisse so: „Das Alter mit dem Frauen eine HRT beginnen, entscheidet möglicherweise darüber, ob deren Effekte schützend oder schädlich sind.“ Hinweise aus Studien an Affen und andere Tiermodelle unterstützen diese „Zeitpunkt- Hypothese“: Eine HRT beugt nur dann Atherosklerose vor, wenn Frauen rechtzeitig damit anfangen. „Eine frühe HRT beeinflusst die Biologie der Gefäßwände anders als eine späte“, so Dr. Gouni-Berthold. Sie kann verhindern, dass die Wandzellen der Blutgefäße Schaden nehmen und atherosklerotische Schäden sogar beheben. Sind die Gefäße jedoch bereits verletzt – wie es bei Frauen jenseits der Mittfünfziger der Fall sein kann – reagieren sie anders auf eine HRT: Die Therapie löst dann entzündliche Prozesse an den Gefäßwänden aus und beeinflusst die Stabilität der atherosklerotischen Beläge, der so genannten Plaques.

    „Die meisten Frauen in Beobachtungsstudien haben die HRT während der Phase um die Menopause begonnen, wohingegen die WHI-Studie zu wenig jüngere Frauen beinhaltete, um zu untersuchen, ob ein Beginn der HRT während des Übergangs der Wechseljahre Schutz vor Herzinfarkten erwirken kann“, erläutert Dr. Gouni-Berthold. Inzwischen sind zwei klinische Studien auf dem Weg, um die Zeitpunkt-Hypothese zu prüfen: die „Kronos Early Estrogen Prevention Study“ (KEEPS) und der „Early versus Late Intervention Trial with Estradiol“ (ELITE). Expertin Dr. Ioanna Gouni-Berthold betont: „Wie attraktiv die Zeitpunkt-Hypothese auch sein mag, sie bleibt vorerst nur eine Hypothese, bis klinische Evidenz ihre Gültigkeit beweisen kann.“

    50. Symposion der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE), Essen., 1.-4.März 2006

    Plötzlicher Kindstod – was man dagegen machen kann

    Der Plötzliche Kindstod gilt in den Industrienationen noch immer als häufigste Todesursache von Kindern nach den ersten vier Wochen. In Deutschland starben im Jahr 2003 372 Babies (0,53 pro 1000 Lebendgeborene), also mehr als ein Kind pro Tag.

    Auch wenn die Ursachen für den Plötzlichen Kindstod (Sudden Infant Death Syndrome, SIDS) nach wie vor ungeklärt sind, gibt es eine Reihe bekannter Faktoren, die das Risiko für SIDS erhöhen beziehungsweise verringern können:

  • Die Rückenlage ist die wichtigste Vorsorgemaßnahme für einen sicheren Schlaf. Untersuchungen zufolge fördert die Rückenlage auch die motorische Entwicklung.
  • Die Seitenlage wurde als neuer Risikofaktor erkannt. In dieser Lage besteht die Gefahr, dass das Baby in Bauchlage rollt, was für Säuglinge, die diese Schlaflage nicht gewöhnt sind, ein besonders hohes Risiko darstellt.
  • Eine rauchfreie Umgebung senkt langfristig das Risiko für Erkrankungen (Atemwegserkrankungen, Allergien) und den Plötzlichen Kindstod. Fast alle Studien zeigen, dass Rauchen neben der Bauchlage das zweitgrößte SIDS-Risiko darstellt.
  • Stillen stärkt das Immunsystem und den Organismus des Babys.
    Ideal ist es deshalb, wenn eine Mutter ihr Kind das erste halbe Jahr stillen kann.
  • Im Elternzimmer im eigenen Bettchen schläft das Baby am besten.
    Beruhigende Schlafgeräusche der Eltern können das SIDS-Risiko des Babys ebenfalls verringern.
  • Schlafsäcke für Babys sind sicherer als Decken, da sie sich nicht über den Kopf ziehen lassen. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass das Baby nicht unter Kissen, Nestchen, Decken oder Kuscheltiere ersticken kann.
  • Schutz vor Überwärmung bietet ein Schlafzimmer wenn es auch im Winter nicht wärmer als ca. 18° C gehalten wird. Wenn das Baby im Nackenbereich schwitzt, ist die Umgebung zu warm. Die richtige Temperatur hat das Baby wenn seine Haut im Nacken bzw. zwischen den Schulterblättern warm aber trocken ist.

    Prävention rettet Leben
    Beispiele anderer Länder zeigen, dass durch nachhaltige Präventionsarbeit die Sterblichkeit durch den Plötzlichen Kindstod dramatisch gesenkt werden kann. So haben die Niederlande seit 1987 eine eindrucksvolle Abnahme des plötzlichen Säuglingstodes um das Zehnfache verzeichnen können: 1987 traten noch 0,91 Todesfälle pro 1000 Lebendgeborene auf, im Jahr 2004 waren es nur noch 0,09 pro 1000 Lebendgeborene, die niedrigste Anzahl in der westlichen Welt.

    In den Niederlanden hat man sich schon frühzeitig auf Präventionsempfehlungen konzentriert und die Maßnahmen überwiegend im Konsens propagiert. Mit Hilfe verschiedener Medien wird die Bevölkerung über die neuesten Präventionsfortschritte informiert. Die Informationsbroschüren, die die kulturellen Gepflogenheiten der verschiedenen Minderheiten berücksichtigen, sind mehrsprachig erhältlich.

    In Deutschland gibt es keine nationale systematische Aufklärungskampagne sondern regionale Aktivitäten. Mit der Propagierung der Rückenlage ging die SIDS-Rate auch in Deutschland seit 1987 (1,62 pro 1000 Lebendgeborene) zurück (2002 0,58 pro 1000 Lebendgeborene), liegt jedoch national weit über der SIDS-Inzidenz der Niederlande.
    In Sachsen werden seit 1994 flächendeckende zielgruppenorientierte Informationskampagnen durchgeführt und die SIDS-Inzidenz betrug im Jahre 2003 0,31 SID-Fälle pro 1.000 Lebendgeburten. (1992: 0,83 pro 1000 Lebendgeborene).

  • Burn-out-Syndrom – Wenn der Job zur Falle wird

    Jedes Jahr erleben Tausende hoch motivierter Menschen einen Zusammenbruch: Laut einer Emnid-Umfrage und einer Erhebung des Wissenschaftlichen Instituts der Ortskrankenkassen (WIdO) fühlen sich bereits 40 Prozent aller Berufstätigen ausgebrannt (Burn-out). Waren davon früher überwiegend Menschen in helfenden und sozialen Berufen, wie Krankenschwestern, Ärzte oder Lehrer betroffen, kann es heute jeden treffen. Daher ist es wichtig, bereits die ersten Anzeichen ernst zu nehmen. Neben Muskelverspannungen und Herz-Kreislauf-Beschwerden kann beispielsweise Sodbrennen ein Frühwarnzeichen sein.

    In den medizinischen Lehrbüchern sucht man den Begriff Burn-out-Syndrom meist vergeblich. Es handelt sich aber um einen schleichenden Prozess, der sich über einen längeren Zeitraum entwickelt und in der Regel zwei Ursachen hat: die Arbeitsbedingungen und die Persönlichkeitsstruktur. Faktoren, die den Arbeitsplatz zur Falle machen können sind eine zu große Arbeitsmenge, zu komplexe Aufgaben oder die Angst vor Arbeitsplatzverlust.

    Den typischen „Ausbrenner-Typ“ gibt es zwar nicht, aber bestimmte Persönlichkeitsmerkmale können Burn-out begünstigen. Häufig trifft es die besten Mitarbeiter, bei denen ein hohes persönliches Engagement mit einem hohen Anspruch zusammen kommt. Doch gerade dieses Engagement kann zum Bumerang werden. Zwischen Psyche und Körper besteht schließlich ein permanentes Wechselspiel. Dies bestätigte auch eine Talcid-Umfrage wonach bestimmte psychologische Verhaltensmuster nicht nur das Ausmaß, sondern auch die Häufigkeit von Magenbeschwerden wie Sodbrennen beeinflussen.

    Menschen, die von Burn-out betroffen sind, fühlen sich ab einem bestimmten Zeitpunkt antriebslos und wissen nicht, was mit ihnen los ist. Meist äußern sich die Folgen der Überarbeitung in Form von Krankheit wie Herz-Kreislauf-Probleme. Jetzt sind Angehörige, Kollegen, und Vorgesetzte gefragt, um dem Betroffenen zu helfen. Vorgebeugt werden kann insbesondere durch ein positives Klima am Arbeitsplatz. Wer bereits „ausgebrannt“ ist und körperliche Beschwerden hat, sollte einen Arzt konsultieren beziehungsweise psychologische Hilfe annehmen. Bei entsprechender Diagnose übernehmen die meisten Krankenkassen die Kosten für eine Behandlung.


    Für die Verdauung und somit auch für die Produktion der Magensäure ist das vegetative Nervensystem zuständig. Und das wiederum ist eng mit der Psyche verbunden, so dass es leicht von negativen Befindlichkeiten wie Stress, Hektik und seelischen Belastungen aus dem Gleichgewicht gebracht werden kann. Der bei Sodbrennen typische brennende und stechende Schmerz hinter dem Brustbein entsteht, wenn saurer Mageninhalt in die Speiseröhre zurück fließt und dort die empfindliche Schleimhaut reizt. Schnell und zuverlässig helfen dann so genannte Antazida mit dem Wirkstoff Hydrotalcit, in dem sie die überschüssige Säure neutralisieren.

    Ob als Kautablette oder in flüssiger Darreichungsform: Rezeptfreie Hydrotalcit-Präparate aus der Apotheke (zum Beispiel Talcid®) sind sehr gut verträglich und lindern schnell und zuverlässig die Beschwerden. Gleichzeitig legt sich der Wirkstoff aufgrund seiner speziellen Struktur wie ein Schutzfilm auf die Magenschleimhaut. Dieser stärkt dann den Selbstschutz des Magens gegen die Säure, so dass sich der gereizte Magen in Ruhe erholen kann.

    Durchbruch bei Kampf gegen Altersblindheit kann Kassen ruinieren

    Bei der Behandlung der Hauptursache für irreversible Erblindung ist Medizinern offenbar ein entscheidender Durchbruch gelungen. Mit neuen Medikamenten kann die bösartige Form der sogenannten Makuladegeneration (feuchte AMD) erstmals wirksam behandelt werden, schreibt die ZEIT.

    Fast eine Million älterer Menschen sind allein in Deutschland von der Netzhauterkrankung betroffen. Die Therapie mit dem Medikament Lucentis des US-Unternehmens Genentech werden allerdings Milliardenkosten verursachen. Sollte Lucentis, mit dessen Zulassung in kommenden Jahr zu rechnen ist, in die Erstattungspflicht gelangen, drohe den Krankenkassen der Kollaps. „Das“, prophezeit der Essener Augenmediziner Norbert Bornfeld, „wird die Kassen ruinieren“.

    Die altersabhängige Makuladegeneration AMD ist die häufigste Ursache für die Erblindung im Alter. Erste Alarmzeichen sind in der Ferne nicht zu entziffernde Schilder. Fast 90 Prozent der Patienten leiden an der trockenen Form der AMD, die nicht therapierbar ist.

    Stoffwechselbedingte Ablagerungen, so genannte Drusen, zerstören die Sinneszellen an der Stelle des schärfsten Sehens, auch der gelbe Fleck genannt, und verursachen so einen langsamen Verlust der Sehschärfe. Bei der feuchten AMD verliert der Betroffene dagegen rasch seine zentrale Sehkraft. Abnormale, undichte Blutgefässe wuchern in die Makula und sondern Flüssigkeit ab. Die Netzhaut schwillt an und löst sich zunehmend von der Gefäßhaut. Dadurch nimmt der Betroffene nur noch verzerrte Bilder wahr.

    Diese schwerere Form der Netzhaut-Erkrankung lässt sich derzeit nur bei wenigen Patienten behandeln. Eine Laserbehandlung, die oft auch gesundes Gewebe zerstört, und die bessere Option, die so genannte photodynamische Therapie, können den Krankheitsverlauf nur verlangsamen und im besten Fall stoppen.

    Experten erwarten jetzt von den Präparaten Macugen und Lucentis, die beide in umfangreichen Vorarbeiten im Labor entwickelt wurden, bessere Behandlungserfolge. “Macugen und Lucentis können potentiell mehr, als die uns derzeit zur Verfügung stehenden Therapien. Bei vielen Patienten bremst es die Erkrankung und bewirkt sogar in einzelnen Fällen eine Rückbildung und Abdichtung der wuchernden Blutgefässe”, sagt Professor Dr. Frank Holz, Direktor der Augenklinik des Universitätsklinikums Bonn.

    Beide Wirkstoffe werden direkt in den hinteren Augenabschnitt, auch Glaskörper genannt, in Abständen von mehreren Wochen gespritzt. Dieser Eingriff wird ambulant in örtlicher Betäubung durchgeführt und ist nicht schmerzhaft. Im Auge blockieren die Substanzen einen körpereigenen Botenstoff, das so genannte Wachstumshormon VEGF, und hemmen so die Gefäßneubildung.

    Ein dicker Bauch verkürzt das Leben

    Die größte Gefahr lauert in der Körpermitte: Zuviel Fettgewebe in der Bauchhöhle erhöht das Risiko für Diabetes, Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich.

    Etwa 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung in den westlichen Industrienationen leiden am Metabolischen Syndrom (MTS) – der Kombination aus Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und „stammbetontem“ Übergewicht – einem dicken Bauch.

    Fettgewebe ist nicht nur ein Energiespeicher. Es ist auch ein Organ, das Botenstoffe bildet. Diese Hormone wirken auf andere Organsysteme wie Gehirn, Muskeln oder Gefäße. Im Bezug auf diese Eigenschaften kommt dem Fettgewebe der Bauchhöhle eine herausragende Rolle zu: Ist davon zu viel vorhanden, werden zum Beispiel vermehrt Hormone gebildet, die bei Entzündungen eine Rolle spielen. „Man geht davon aus, dass diese chronische Entzündungsreaktion die Entstehung von Arteriosklerose begünstigt“, erläutert Professor Dr. med. Harald Klein, von den Berufsgenossenschaftlichen Kliniken Bergmannsheil in Bochum. Zudem nimmt die Wirksamkeit des Hormons Insulins ab, welches maßgeblich den Zuckerhaushalt des Körpers regelt. Dadurch steigt für Betroffene das Risiko, zuckerkrank zu werden. Erschwerend kommt hinzu, dass der Körper bei zu viel Bauchfett weniger Adiponektin bildet. Dieser Botenstoff steigert beim Gesunden die Insulinwirkung und hemmt Entzündungen.

    Die herausragende Bedeutung des Bauchhöhlen-Fettgewebes lässt sich in Zahlen ausdrücken: Ein Bauchumfang von mehr als 94 Zentimetern bei Männern und mehr als 80 Zentimetern bei Frauen gilt als wichtigstes Kriterium bei MTS. Schlechte Ernährung und zu wenig Bewegung sind nach wie vor die Hauptursachen. Aber auch genetische Faktoren entscheiden darüber, ob jemand an einem Metabolischen Syndrom erkrankt oder nicht. Und möglicherweise spielen sogar Viren bei der Entwicklung von Übergewicht eine Rolle.

    Klar ist jedenfalls eins: Übergewicht ist zur Volkskrankheit geworden. „Heutzutage leiden mehr Menschen an einem metabolischen Syndrom als an Hunger“, verdeutlicht Professor Klein. Der Diabetologe erörtert das Thema in Essen unter anderem im Rahmen einer Pressekonferenz der DGE. „Man kann davon ausgehen, dass infolge des Metabolischen Syndroms bereits mehr Menschen sterben als an Krebs“. Dick zu sein scheint außerdem unmittelbar die Lebensdauer zu beeinflussen. Dies lassen Studien an verschiedenen Tierarten vermuten: Wer wenig isst, lebt länger.

    50. Symposion der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie: 1. bis 4. März 2006, Congress Center Essen