Stroke-Unit – bei Schlaganfall zählt jede Sekunde

In Deutschland erleiden jährlich etwa 270.000 Menschen einen Schlaganfall, davon circa 50 Prozent in der Altersgruppe über 75 Jahre. „Verantwortlich für den Schlaganfall ist in den meisten Fällen eine Mangeldurchblutung durch Verschluss einer Hirnarterie, die zum schlagartigen Ausfall bestimmter Funktionen des Gehirns führt“, erklärt Dr. med. Hannes Nordmeyer. „Um bleibende Schäden wie beispielsweise eine halbseitige Lähmung zu vermeiden, gilt schnelles und effektives Handeln als oberstes Ziel.“ „Stroke-Unit – bei Schlaganfall zählt jede Sekunde“ weiterlesen

Richtige Ernährung im Alter – so wichtig wie Medizin

Ernährungsgewohnheiten und der Stoffwechsel ändern sich mit dem Alter: Senioren über 70 sind körperlich meist nicht mehr so aktiv wie in jüngeren Jahren, Grundumsatz und Kalorienbedarf sinken, der Appetit nimmt ab. Dennoch bleibt der Bedarf an Vitaminen und Spurenelementen unverändert hoch. Internisten warnen daher vor Mangel- und Fehlernährung in den höheren Lebensjahren. „Richtige Ernährung im Alter – so wichtig wie Medizin“ weiterlesen

Nicht jedes schmerzende Hüftgelenk braucht eine Prothese

In Deutschland werden jedes Jahr rund 400.000 künstliche Knie- und Hüftgelenke eingesetzt. Die Deutschen sind im Spitzenfeld bei der Implantation von Knie- und Hüftendoprothesen – ein fragwürdiger Rekord. „Der Einsatz eines künstlichen Gelenks sollte erst dann erwogen werden, wenn alle anderen gelenkerhaltenden Möglichkeiten der Behandlung ausgeschöpft sind“, rät Professor Dr. Joachim Grifka, Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik in Bad Abbach.

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Impfen und Händewaschen statt Antibiotika: So können Sie Resistenzen vermeiden

Laut Umfrage einer Krankenkasse erhielt 2016 jeder vierte Versicherte, der erkältet war, von seinem Hausarzt Antibiotika (1). Dabei belegen viele Studien, dass Antibiotika bei Erkältungen und Grippe keinen Nutzen bringen. Stattdessen erhöht der großflächige Einsatz die Gefahr für Resistenzentwicklungen, warnt die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). „Impfen und Händewaschen statt Antibiotika: So können Sie Resistenzen vermeiden“ weiterlesen

Nasenspray gegen Angststörungen: Kuschelhormon Oxytocin könnte Therapie psychischer Erkrankungen ergänzen

Angststörungen mit belastenden körperlichen und psychischen Symptomen sind die häufigsten psychischen Erkrankungen in Europa. Behandelt werden sie mit Medikamenten und/oder kognitiver Verhaltenstherapie. „Die Zahl der medikamentösen Neuentwicklungen stagniert allerdings“, sagt Professor Hurlemann, stellvertretender Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie und Direktor der Abteilung für Medizinische Psychologie des Universitätsklinikums in Bonn. Daher seien neuere Ergebnisse zum Potenzial des Hormons Oxytocin bei psychischen Erkrankungen von besonderer Bedeutung: „Das Hormon könnte die Symptome verschiedener psychischer Erkrankungen lindern und so Patienten mit autistischen Störungen, Borderline-Persönlichkeitsstörung oder Angststörung helfen“, erklärt Hurlemann. „Nasenspray gegen Angststörungen: Kuschelhormon Oxytocin könnte Therapie psychischer Erkrankungen ergänzen“ weiterlesen

Bauchaortenaneurysma: Ultraschall-Screening für Männer über 65 Jahre ab sofort Kassenleistung

Seit Beginn des Jahres haben gesetzlich krankenversicherte Männer ab 65 Jahren Anspruch auf ein einmaliges Ultraschallscreening zur Früherkennung von Bauchaortenaneurysmen. Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) begrüßt diese Entscheidung, da insbesondere Männer in diesem Alter ein erhöhtes Risiko für diese gefährliche und häufig unerkannte Erkrankung aufweisen. Die Fachgesellschaft fordert jedoch, auch Frauen sowie Patienten ab 55 Jahren mit einem besonderen Risikoprofil wie etwa Diabetes oder Rauchen einzubeziehen. „Bauchaortenaneurysma: Ultraschall-Screening für Männer über 65 Jahre ab sofort Kassenleistung“ weiterlesen

Trainieren unter Strom: Neurophysiologen warnen vor Überbelastung und Nierenschäden

Viele Fitnessstudios in Deutschland werben mit dem neuen Sporttrend EMS (Elektromyostimulation), bei dem die Muskeln während des normalen Trainings zusätzlich mit elektrischem Strom stimuliert werden. Doch die angebliche „Wundermethode“ hat Tücken: Ob das Training wirklich den gewünschten Effekt bringt, ist nicht bewiesen und falsch angewendet kann EMS sogar zu Schäden an Muskeln und Nieren führen. Die Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN) rät daher von EMS-Training im Breitensport ab: Die Methode sollte nur unter Anleitung ausgebildeter Sportmediziner und Physiotherapeuten zum Einsatz kommen.

Fitnessstudios locken Kunden mit Elektromyostimulationstraining (EMS), einem Ganzkörpertraining unter Reizstrom, und versprechen hocheffizientes Trainieren mit nur 20 Minuten Einsatz pro Woche. Der Grund für den schnellen Effekt: Die gezielte Stromzufuhr führt zu stärkeren Muskelkontraktionen, die auch tiefere Muskelfasern erreichen und somit zum schnelleren Aufbau der Muskulatur.

In der Physiotherapie und im Hochleistungssport wird EMS schon seit Jahren zum Muskelaufbau nach einer OP oder längerer Bettlägerigkeit eingesetzt. Die Massenanwendung der Methode sei allerdings noch Neuland, sagt Professor Dr. med. Stefan Knecht, Chefarzt der Klinik für Neurologie, St. Mauritius Therapieklinik, Meerbusch und Pressesprecher der DGKN: „Während Ärzte und Physiotherapeuten in dieser Methode ausgebildet wurden, ist das Personal in Fitnessstudios aber oft nicht ausreichend geschult, um die Belastung richtig einzuschätzen.“

Während des EMS-Trainings trägt der Sportler einen speziellen Anzug, der den Strom in die Muskeln leitet. Der Trainer gibt Anweisungen und reguliert die Stromintensität für die einzelnen Körperregionen über ein Kontrollpanel. Verschiedene Muskelgruppen werden für einige Sekunden gezielt angespannt und anschließend wieder entlastet – durch die intensive Anspannung mit zusätzlicher Stromzufuhr ist ein kurzes Workout ausreichend.

„Der geringe Aufwand ist tückisch und kann dazu verleiten, häufiger oder ausgiebiger zu trainieren als empfohlen“, sagt Knecht. „Das EMS-Training sollte höchstens ein- bis maximal zweimal pro Woche absolviert werden“. Ein zu intensives Krafttraining führt zu einer erhöhten Ausschüttung der Creatin-Kinase (CK), einem Enzym, das die Muskeln mit Energie versorgt. Wissenschaftler der Sporthochschule Köln haben herausgefunden, dass der Anstieg der CK beim EMS-Training bis zu 18 Mal höher ist als beim herkömmlichen Training. Diese Extremwerte können in Einzelfällen zu Nierenschädigungen führen. Im Zweifel gilt: Wer nach dem Training Schmerzen, Herzrasen oder ein Schwächegefühl verspürt, sollte den Arzt aufsuchen.

Beim EMS-Training macht also die Dosis das Gift. Neben ausreichenden Erholungsphasen zwischen den Trainingseinheiten ist auch eine moderate Stromintensität wichtig. Gefahr droht, wenn jemand den Regler unkritisch nach oben dreht. „Geschultes Personal muss die Stromintensität überwachen und die Trainer müssen auf die Gefahr des Übertrainierens hinweisen“, betont der DGKN-Pressesprecher. Außerdem wichtig für die Nierenfunktion: Auch wenn die Trainingseinheiten nur kurz sind, muss ausreichend getrunken werden.

„Das EMS-Training ist nicht geeignet, um bequem und ohne Anstrengung in Form zu kommen, denn der Trainingseffekt ist nicht bewiesen und bei falscher Anwendung ist die Methode sogar riskant“, resümiert Knecht. Er empfiehlt: ein reguläres Fitnesstraining – das ist effektiv und sicher.

Quelle:
Speicher, U, Nowak, S, Schmithüsen, J, Kleinöder, H & Mester, J 2010, Kurz- und langfristige Trainingseffekte durch mechanische und elektrische Stimulation auf kraftdiagnostische Parameter. in J Fischer (Hrsg.), BISp-Jahrbuch Forschungsförderung 2008/2009. Bundesinstitut für Sportwissenschaft, Bonn, S. 103-115.

Brustschmerzen bei Minusgraden können Warnzeichen für Herzinfarkt sein

Wer bei klirrender Kälte vor die Tür tritt und beim Einatmen Schmerzen oder ein Brennen im Brustkorb spürt, sollte besser einen Arzt aufsuchen. Denn es könnte sich dabei um einen Anfall von Kälteangina handeln, ein Zeichen für eine ernste Herzerkrankung. Wie groß die Gefahr eines Herzinfarktes ist und ob ein vorbeugender Eingriff erfolgen muss, klärt eine Myokardszintigraphie. Die nuklearmedizinische Untersuchung kann einen Herzinfarkt mit 99-prozentiger Sicherheit ausschließen und unnötige Herzkatheter-Untersuchungen verhindern. Darauf weist der Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner e.V. (BDN) hin.

Winterkälte setzt dem Herzen zu. Die Minustemperaturen verengen die Gefäße, und das Herz muss das Blut gegen einen erhöhten Widerstand pumpen. „Sind die Gefäße schon vorgeschädigt, kann das zu einer Durchblutungsstörung führen“, erklärt Professor Dr. med. Detlef Moka, Vorsitzender des BDN. „Ein daraus resultierender Sauerstoffmangel äußert sich mit plötzlicher Atemnot, Brennen, Schmerzen oder Druckgefühl im Brustkorb.“

Ob tatsächlich Grund zur Sorge besteht, klärt eine Myokardszintigrafie. Die Untersuchung kann ambulant erfolgen und macht sichtbar, ob und wie stark die Nährstoffversorgung des Herzmuskels eingeschränkt ist. Dazu erhält der Patient ein schwach radioaktiv markiertes Medikament in die Vene gespritzt, das sich vorübergehend im Herzmuskel anreichert und die Sauerstoffsättigung widerspiegelt. „So können wir das Ausmaß der Durchblutungsstörung bestimmen“, erläutert Moka. Zugleich erkennen die Ärzte, ob Lebensstiländerung, Herzmedikamente, eine Gefäßerweiterung oder Bypass-Operation als Therapie in Frage kommen.

Zu den Pluspunkten der Untersuchung zählt ihre Prognosesicherheit. „Findet der Nuklearmediziner keine Durchblutungsstörung des Herzens, ist die Gefahr eines Infarktes selbst bei Patienten mit verengten Herzkranzgefäßen mit fast 99-prozentiger Sicherheit ausgeschlossen“, betont der BDN-Vorsitzende. Darüber hinaus verhindert die Myokardszintigraphie invasive Herzkatheter-Untersuchungen. Wie die britische CE-MARC2-Studie mit insgesamt 1202 Teilnehmern zeigte, reduziert die Myokardszintigraphie die Rate unnötiger Herzkatheter-Untersuchungen um den Faktor vier. „Damit kann vielen Patienten eine Koronarangiographie erspart werden, ohne ein Risiko einzugehen“, so Moka.

Wer bereits weiß, dass er an verengten Herzkranzgefäßen leidet, sollte körperliche Anstrengungen bei Kälteeinbrüchen vermeiden. „Sport nur in Innenräumen treiben und das Schneeschippen anderen überlassen“, rät Moka. Etwa eine Million Menschen leiden in Deutschland an verengten Herzkranzgefäßen, an einer koronaren Herzkrankheit (KHK). Dass im Winter mehr Menschen an einem Herzinfarkt oder plötzlichen Herztod sterben, bestätigen inzwischen Studien aus den USA, Kanada und Holland.

Die Myokardszintigrafie ist eine Kassenleistung. Ihre Strahlenbelastung entspricht einer CT-Untersuchung des Oberkörpers. Das radioaktive Kontrastmittel scheidet der Körper nach wenigen Stunden mit dem Urin und Stuhl wieder aus.

Quellen:
John P. Greenwood et al.: Effect of Care Guided by Cardiovascular Magnetic Resonance, Myocardial Perfusion Scintigraphy, or NICE Guidelines on Subsequent Unnecessary Angiography Rates. JAMA, doi:10.1001/jama.2016.12680
http://jamanetwork.com/journals/jama/article-abstract/2546718

Herzschwäche: Ursache liegt oftmals in den Herzklappen

Aktuellen Zahlen zufolge gelten Erkrankungen des Herz-Kreiskreislauf-Systems als Todesursache Nummer eins in Deutschland. Nach Angaben des Deutschen Herzberichts steigt dabei unter anderem die Anzahl der an Herzinsuffizienz erkrankten Patienten kontinuierlich. „Oftmals liegt das Problem in den Klappen“, weiß Dr. Stefan Wiedemann, Oberarzt in der Klinik für Innere Medizin II im HELIOS Klinikum Pirna und fügt hinzu: „Diese sind verantwortlich für die Steuerung des Blutstroms innerhalb des Herzens und der Arterien in nur eine Richtung.“

Kommt es zu einer Verengung oder auch einer Undichtigkeit der Klappen, fließt das Blut in die falsche Richtung, was fatale Folgen haben kann. Abhängig davon welche Herzklappe betroffen ist, leiden Patienten an verschiedenen Symptomen und auch die Therapiemöglichkeiten unterscheiden sich voneinander. Anhand der wichtigsten drei Herzklappen werden diese im Folgenden beschrieben.

 

Ursprung Hauptschlagader: Die Aortenklappe

Im Fall der Aortenklappe, welche zwischen der linken Herzkammer und der Hauptschlagader Aorta liegt, kann eine Stenose – eine Verengung – dazu führen, dass sich das Herz vergrößert, um den Körper trotz der erhöhten Belastung mit genügend Blut zu versorgen. Dauert die Überlastung an, staut sich das Blut in die Lunge zurück. Zudem muss der vergrößerte Muskel mit mehr Sauerstoff versorgt werden. Geschieht dies nicht, äußert sich der Mangel in Form von Brustschmerzen, einer sogenannten Angina Pectoris. Weitere häufige Symptome stellen eine Leistungsminderung sowie Luftnot dar. Schließt die Aortenklappe hingegen nicht mehr richtig, sprechen Mediziner von einer Aortenklappeninsuffizienz. Hierbei fließt ein Teil des Blutes aus dem Körperkreislauf zurück in die linke Herzkammer, wodurch es zu einer übermäßigen Belastung der linken Herzhälfte kommt, aus der sich mit der Zeit eine Herzschwäche entwickeln kann. Bei einer geringen Klappeninsuffizienz ist oftmals keine Therapie erforderlich, jedoch sollte regelmäßig ein Arzt aufgesucht werden und alle ein bis zwei Jahre ein Herzultraschall erfolgen. Bei einer schweren Stenose oder Insuffizienz der Aortenklappe empfiehlt es sich die Klappe entweder durch eine mechanische oder  biologische  Herzklappe zu ersetzen. Für Patienten über 75 Jahre oder Patienten, bei denen eine Operation am offenen Herzen nicht infrage kommt, gibt es zudem eine Alternative: den kathetergeführten minimalinvasiven Klappenersatz TAVI. „Hierbei wird die Ersatzklappe in zusammengefaltetem Zustand mittels Katheter über die Leistenarterie bis ins Herz vorgebracht. Dort erfolgt dann die Implantation“, erklärt Dr. Wiedemann. Patienten können die Klinik im Anschluss nach wenigen Tagen wieder verlassen.

 

Einlassventil im linken Herz: Die Mitralklappe

Zwischen dem linken Vorhof und der linken Herzkammer befindet sich die  Mitralklappe. Bei jedem Herzschlag sorgt sie dafür, dass sauerstoffreiches Blut aus der linken Herzkammer in den

Körperkreislauf gelangt und nicht wieder zurück in den linken Vorhof fließt. Im Fall einer Mitralstenose muss das Herz schwerer arbeiten, um das Blut in die linke Herzkammer zu drücken, was dauerhaft auch zu einem erhöhten Blutdruck führt. Eine Mitralinsuffizienz hingegen tritt häufig infolge einer sogenannten Herzschwäche auf. „Beide Erkrankungen lassen sich mittels eines chirurgischen Ersatzes korrigieren. Hierbei wird die defekte Mitralklappe rekonstruiert oder entfernt und durch eine mechanische oder biologische Prothese ersetzt“, so Dr. Wiedemann. Darüber hinaus gibt es bei der Therapie der Insuffizienz eine weitere innovative und schonende Methode: Beim sogenannten Clipping verbindet der Arzt die Segel, die das Ventil der Mitralklappe bilden, mit Hilfe einer Klammer,  Abbott’s MitraClip™ . Der Vorteil des minimalinvasiven Eingriffs gegenüber einer konventionellen Operation liegt darin, dass der Brustkorb nicht geöffnet werden muss und somit keine Herz-Lungen-Maschine benötigt wird. Welche Option die beste für einen Patienten ist, entscheidet der jeweils behandelnde Arzt gegebenenfalls gemeinsam mit seinen Kollegen, dem sogenannten Heart Team.

 

Zarte Segel: Die Trikuspidalklappe

Bei der dritten Herzklappe handelt es sich um die sogenannte Trikuspidalklappe. Diese befindet sich auf der rechten Herzseite und sorgt dafür, dass sauerstoffarmes Blut aus der rechten Herzkammer in den Lungenkreislauf gepumpt wird. Da eine Stenose der Trikuspidalklappe oftmals aus rheumatischem Fieber resultiert, tritt sie in dieser Form hierzulande nur noch selten auf. Eine Trikuspidalklappeninsuffizienz hingegen wird weitaus häufiger diagnostiziert. Als häufigste Ursache hierfür gilt eine zuvor bestehende Erkrankung der Herzklappen, hervorgerufen im linken Herzen. In leichter Form weist eine Trikuspidalklappeninsuffizienz zwar kaum Symptome auf, lässt sich aber mittels einer Echokardiographie leicht feststellen und erfordert in den meisten Fällen auch keine Behandlung. „In besonders schweren Fällen kann es nötig sein, die Trikuspidalklappe zu reparieren oder gänzlich auszutauschen“, berichtet Dr. Wiedemann. Zukünftig könnten auch kathetergestützte Eingriffe eine Alternative zu herkömmlichen Trikuspidalklappen-Operation darstellen. Derartige Verfahren werden derzeit noch in Studien geprüft.

 

Weitere Informationen zum Thema Herzschwäche und zu den einzelnen Herzklappen unter herzklappenhilfe.de.

 

Weihnachtsstress für die Zähne: Richtiges Naschen beugt Karies vor

Obwohl die Weihnachtszeit als besinnlich gilt, gestaltet sie sich für die Zähne sehr anstrengend. Denn Leckereien wie Lebkuchen, Schokolade und Glühwein schmecken nicht nur gut, ihr übermäßiger Genuss verursacht gleichzeitig Karies. Dr. Stephan Ziegler, leitender Zahnarzt und Gründer der KU64-Zahnarztpraxis aus Berlin, zeigt auf, wie sich die Zähne im Advent schützen lassen.

Süße Versuchungen

Winterliche Spezialitäten wie Dominosteine und Stollen gehören selbstverständlich zur Weihnachtszeit dazu, schaden den Zähnen allerdings durch ihren hohen Gehalt an Zucker. Dieser befindet sich jedoch nicht nur in Süßigkeiten, sondern auch in Glühwein und Punsch. Nach dem Verzehr wandeln Bakterien im Mundraum den Zucker in Säure um, die auf Dauer den Zahnschmelz angreift und im Laufe der Zeit Karies verursacht. Doch stärker als die Menge der zuckerhaltigen Lebensmittel wirkt sich die Häufigkeit der Naschereien auf die Zahngesundheit aus. „Isst man mehrere Plätzchen auf einmal, liegt kurzzeitig ein saurer pH-Wert im Mundraum vor, den der Speichel aber innerhalb einer halben Stunde neutralisiert. Wird allerdings über den ganzen Tag verteilt Süßes gegessen, entsteht immer wieder eine saure Umgebung, die dem Zahnschmelz nachhaltig schadet“, erklärt Dr. Ziegler. Also zum Wohle der Zähne lieber einmal am Tag die Keksdose öffnen, statt mehrmals zwischendurch zu naschen.

Schutz für die Zähne

Für gesunde Zähne stellt regelmäßiges Putzen die wichtigste Maßnahme dar. Mindestens zweimal am Tag für drei Minuten gilt hier als Richtlinie. Am besten erst eine halbe Stunde nach dem Essen die Zähne putzen, da der Verzehr von zucker- sowie säurehaltigen Nahrungsmitteln wie Orangen oder Mandarinen den Zahnschmelz kurzzeitig schwächt. Wer mit dem Griff zur Zahnbürste ein wenig wartet, gibt dem Schmelz Zeit, sich zu remineralisieren. „Zu einer gründlichen Mundhygiene gehört auch der Einsatz von Zahnseide oder Interdentalbürsten, die die Zahnzwischenräume reinigen. Denn dort lagern sich Essensreste ab, die eine herkömmliche Zahnbürste nicht erreicht“, betont der Experte. Im Anschluss entfernt eine Mundspüllösung Keime und sorgt für ein angenehmes Frischegefühl. Besteht nach dem Essen nicht die Möglichkeit des Putzens, trägt auch das Durchspülen des Mundes mit Wasser zur provisorischen Reinigung bei. Zudem helfen zuckerfreie Kaugummis und Bonbons die natürliche Speichelproduktion anzuregen und den pH-Wert im Mund wieder in einen neutralen Bereich zu bringen.

Wer sich in der Adventszeit an diese Tipps hält, muss auf dem Weihnachtsmarkt auf keine Köstlichkeiten verzichten. Allerdings tut es den Zähnen und letztendlich auch dem restlichen Körper gut, wenn Leckermäuler zwischendurch zu heißen Maronen statt gebrannten Mandeln oder einem Bratapfel mit Nüssen statt einem Liebesapfel greifen.

Weitere Informationen unter www.ku64.de