Sehen im Alter: Sonnenbrille, Sehtest und frühzeitige Therapie

Starker Sehverlust im Alter ist oft vermeidbar. Dazu gehörten etwa das Tragen einer Sonnenbrille von Kindesbeinen an, Nikotinabstinenz und eine gesunde Lebensführung mit vitaminreicher Ernährung. Ab dem vierten Lebensjahrzehnt ist es ratsam, seine Augen regelmäßig vom Augenarzt kontrollieren zu lassen.

Rechtzeitig erkannt und behandelt, stehen heute für die meisten der „klassischen“ altersbedingten Augenkrankheiten wirksame Therapien zur Verfügung. Doch obwohl Früherkennung möglich ist und zielgerichtete Behandlungen verfügbar sind, kommen diese gerade bei älteren Menschen nicht systematisch und flächendeckend zum Einsatz.

Wie wichtig gutes Sehen für die Lebensqualität ist, erfahren Menschen oft erst, wenn ihr Sehvermögen nachlässt. Selbst bei Senioren, die körperlich noch völlig fit sind, kann ein Sehverlust massive Auswirkungen haben. „Dann drohen schnell ernsthafte Einschränkungen von Lebensqualität, Selbstständigkeit und allgemeiner Gesundheit, etwa durch soziale Isolation, Stürze und Knochenbrüche“, sagt DBSV-Präsidentin Renate Reymann. Daher sollten Senioren nicht erst bei plötzlich auftretenden Sehproblemen, sondern regelmäßig einen Augenarzt aufsuchen. Ist ein dauerhafter Sehverlust eingetreten, sollten sie zudem frühzeitig eine gezielte Beratung zu Hilfsmitteln und Unterstützungsmöglichkeiten in Anspruch nehmen, so der DBSV.

Prävention des altersbedingten Sehverlustes könne jeder betreiben, sagt Prof. Focke Ziemssen. Dazu gehörten etwa das Tragen einer Sonnenbrille von Kindesbeinen an, Nikotinabstinenz und eine gesunde Lebensführung mit vitaminreicher Ernährung. Ab dem vierten Lebensjahrzehnt sei es ratsam, seine Augen regelmäßig vom Augenarzt kontrollieren zu lassen. „Frühe Hinweise auf eine Augenschädigung, etwa durch ein Glaukom, Makula-Degeneration, Diabetes oder Bluthochdruck, werden von Patienten selbst nämlich zunächst gar nicht wahrgenommen“, so der Augenarzt. Meist gibt es ein familiäres Risiko. „Wenn dann irreversible Schädigungen eingetreten sind, ist es zu spät.“ Viele ältere Menschen verlieren unnötigerweise ihre Sehkraft, weil es an Versorgungsstrukturen manget, meint auch Renate Reymann.

Pressekonferenz und 2. Fachtagung des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) in Bonn, 7./8. Juli 2017