Tatort Krankenhaus – wie ein kaputtes System Misshandlungen und Morde fördert…

Wenn nur Profit im Mittelpunkt steht, sind Klinikmitarbeiter überlastet – und manche werden deshalb zu Tätern, die ihre Patienten misshandeln oder gar töten. Soweit die steile These des Autorenteams, die hier reißerisch verpackt wird: “Gefahr für Leib und Leben erwächst aus diesem inhumanen System”.

Basis des Buch eines Professors der anthroposophischen Hochschule Witten/Herdecke und einer Redakteurin des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks ist zum einen eine Fragebogen-Umfrage unter Pflegekräften. Solche Selbstauskünfte sind methodisch (soweit es die wenigen Daten der unveröffentlichten Studie dazu aussagen) wohl eher am unteren Rand der Evidenz angesiedelt und kaum eine Basis für Hochrechnungen oder steile Schlussfolgerungen. Und das langt nicht für ein Buch mit reißerischem Titel.

Also wird, damit die dürre Pseudostudie nicht so nackt dasteht, das ganze aufgepeppt mit Systemkritik und ein paar grusligen Stories von Psychopathen, die Patienten umbrachten. Dass aber der z.B. Pfleger Nils H. eher aus Geltungsdrang Patienten in Gefahr brachte, um sie nachher retten zu können (also der Typ übereifrig löschender Feuerwehrmann-Brandstifter), wird zwar angesprochen, passt aber im Lauf des Buches nicht ins Bild. Da geht es nur gegen die “Ökonomisierung” der Branche.

Es ist erschreckend, dass ein Hochschullehrer für Psychiatrie und Psychotherapie mit so dürren Daten solch gewagte Schlussfolgerungen zieht.

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